Der Leibniz-WissenschaftsCampus Phosphorforschung Rostock

Ohne einschneidende Veränderungen in der globalen Phosphornutzung hin zu größerer Nachhaltigkeit und Effizienz werden schon bald die verfügbaren Mengen an Phosphor (P) zurückgehen. Die Folgen eines weltweit begrenzten P-Vorkommens sind schon jetzt wahrnehmbar und äußern sich beispielsweise in zeitweilig drastischen Preissteigerungen für P-Dünger. Zusammen mit einer teilweise schlechten Verfügbarkeit und Ausnutzung von P-Vorräten in Böden kann dies langfristig die Versorgung der Weltbevölkerung mit Nahrung und der Volkswirtschaften mit Rohstoffen gefährden. Darüber hinaus hat eine ineffiziente P-Nutzung teilweise erhebliche Umweltbelastungen zur Folge: Gelangen beispielsweise über landwirtschaftliche Abwässer große Mengen ungenutzten Phosphors in die Stoffkreisläufe von Ökosystemen, kann dies zu Überdüngung führen, die das ganze System aus dem Gleichgewicht bringt. Aus diesen Gründen sind dringend Strategien erforderlich, durch eine effizientere P-Nutzung den Bedarf an P aus Lagerstätten erheblich zu verringern und die Kreisläufe zu schließen.

An diesem Punkt setzt der Leibniz-WissenschaftsCampus Phosphorforschung Rostock an. Durch die Bündelung fachlicher Kompetenzen und eine stark interdisziplinäre Ausrichtung wollen fünf Leibniz-Institute und die Universität Rostock gemeinsam Antworten und Strategien auf diese Herausforderungen finden. Der WissenschaftsCampus führt die bestehenden Expertisen aller Mitglieder zusammen und schafft so die Grundlage für eine umfassende Erforschung des essentiellen Elements Phosphor, seiner vielfältigen chemischen Verbindungen und Wirkungsweisen in Landwirtschaft und Umwelt wie auch in technischen und industriellen Prozessen. Neben der Grundlagen- und Anwendungsforschung sollen zudem neue Technologien zur Phosphornutzung entwickelt und in die Wirtschaft transferiert werden.